Ich fliege nie mehr Iberia!

Um 5.00 Uhr klingelt der Wecker im ibis Hotelzimmer – der Moment ist also wirklich gekommen … wo es nun los geht, das Abenteuer!

Letzter gemeinsamer Kaffee im Starbucks. Ich gönne mir noch ein Müesli und ein Fruchtdrink. Die Stimmung ist angespannt – 3 Monate werden wir uns jetzt nicht sehen. Eigentlich sind es doch NUR 3 Monate, aber dennoch … es sind eben 3 Monate. 6.20 Uhr – wir müssen los, um 7.00 beginnt das Boarding und ich muss noch durch den Sicherheitscheck. Natürlich läuft beim Sicherheitscheck das Schnulzelied „Let me be your hero babe bla bla“ – als ob der Abschied nicht schon genug war …

Der Iberia Flieger von Zürich nach Madrid war katastrophal! Viel zu eng, viel zu klein. Mein einziges Glück: ich hatte einen Gangplatz – zumindest ein bisschen Freiheit. Freiheit nahm sich auch die Dame neben mir, die sich ziemlich breit machte, beide Armlehnen für sich beanspruchte, die Augen zu machte und sich bis Madrid nicht mehr bewegte. Danke auch.

 

Trotz 30 Minuten Verspätung beim Abflug, kamen wir pünktlich in Madrid an – auf dem Gate ass ich mal gemütlich eine Pausemaus (tja genau, ich habe Pausemäuse als Flugproviant mitgenommen).

Ein kleiner Schock an Board des Langstreckenflugzeugs: das Flugzeug war zwar ziemlich gross, aber echt schitter … es war wieder sehr eng – die Sitze konnte man so weit runterlassen, dass man fast schon dem anderen auf dem Schoss war – es gab nur einen grossen Bildschirm ganz vorne – nur mit Mühe, Recken und Strecken konnte ich darauf einen Blick erhaschen – d. h. 14 Stunden nun ohne TV – während des Tages (müde zum Schlafen war ich folglich auch nicht wirklich). Juhu! Vom Essen gar nicht erst zu sprechen … Neben mir ein mittelälteres französischsprechendes Schweizerpaar – vom Gang getrennt. Ich wollte ihnen noch anbieten, den Platz zu wechseln, damit sie nebeneinander sitzen können, aber sie wollten beide einen Gangplatz, hat sich herausgestellt. Leider hatte der Mann neben mir einen nicht sehr angenehmen Duft … naja, es gibt ja Schlimmeres … zum Beispiel 14 Stunden keine Beschäftigung!!!! Lukas Hartmanns „Abschied von Sansibar“ war eine echt schlechte Beschäftigung. Langweilig und langatmig … aber natürlich die einzige Beschäftigung, die ich dabei hatte. Immer wieder abgebrochen und dann doch von neuem angefangen zu lesen … bis zum Schluss habe ich sogar das Vorwort, das Nachwort und die Beschreibe der anderen Bücher zuhinterst gelesen – so langweilig war mir … Erlöst von den Lesequalen wurde ich schlussendlich von der Durchsage der Landung …

Beladen mit meinem 21 Kilo Rucksack und dem gefühlten 20 Kilo Handgepäck passierte ich den Zoll und dann war ich endlich draussen – zwei Blicke und ich sah Marco mit dem Schild „Stefanie Clausen“. Juhu, es hat alles geklappt! Marco ist sympathisch. Wir kommen direkt ins Gespräch – ich habe ihn natürlich ein bisschen ausgefragt – alles hat mich interessiert. Dann 45 Minuten Autofahrt. Marco hat mir viel Spannendes über Ecuador erzählt. Was der neue Präsident alles für das Land gemacht hat, wie es zur Einführung des Dollars kam, was für ein Misere das Land im Moment bezüglich des Erdöls hat etc. und dann waren wir schon bei meiner Unterkunft – der Volontärs-WG. Niemand da. Ich habe vorhin erfahren, dass ein Beni da sein wird, eine Carmen und eine Jessica. Die Frauen werden jedoch am Freitag schon wieder gehen – die waren jetzt 3 und 5 Monate hier. Dann bleiben nur noch Beni und ich.

 

Die Wohnung war ok – besser als erwartet – und sehr wahrscheinlich besser als jede andere Wohnung im Barrio … An dem Abend habe ich dann auch noch Beni kennengelernt. Ein sympathischer junger Mann – ist bereits zum zweiten Mal in Quito für einen Freiwilligeneinsatz in der Fundación. Wir haben zu dritt eine Cerveza getrunken und uns ein bisschen unterhalten. Ich war jedoch sehr müde und schlief dann kaum im Bett auch sofort ein. Die tolle Nachricht am Abend: in der Volotärs-Wg gibt’s Wifi! Juhu!

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Kommentare: 3
  • #1

    Rosmarie (Donnerstag, 17 März 2016 10:33)

    Das Buch "Abschied von Sansibar" ist nicht langweilig. Es beschreibt sehr gut die verschiedenen Welten und die Ungerechtigkeit....

  • #2

    Viviane (Dienstag, 22 März 2016 08:17)

    =)

  • #3

    Fabienne (Donnerstag, 31 März 2016 00:16)

    Oje Stef, de hesch ja wirkli en furchtbare Flug bi Iberia erläbt.. Dine Blog isch de super, der läset schich wie es spannends Büech;-) Liebe Grüess üs Bäre