Total überfordert mit den Hausaufgaben

Wie helfe ich einem Kind, Sprachhausaufgaben zu machen (Sätze zu schreiben, Wörter zu vervollständigen -> ein Bild eines Ei und dann h... (huevo)), das nicht einmal das Alphabet kann? Die anderen der gleichen Stufe können lesen und schreiben. C leider nicht. Ich habe es erst gemerkt, als ich ihm die Hausaufgaben diktieren wollte – ich buchstabierte: h - u - e - v - o, mit grossen unwissenden Augen starrt er mich an – vermutlich ist es ihm bewusst, dass er das können sollte und es muss ihm auch peinlich sein. Ich habe nicht lange überlegt, und mir gedacht, zumindest das ABC muss er doch können, sonst kann man ihm ja nicht einmal buchstabieren. Also habe ich in sein Heft für Refuerzos das ganze Alphabet notiert, mit einem korrespondierenden Wort und einem Bild. Z. B. a como abeja, b como barco, c como cebolla, … Das habe ich dann mehrmals mit ihm geübt, doch es war in dieser kurzen Zeit fast unmöglich, ihm da was beizubringen. Da muss ich dran bleiben!

 

Dasselbe ist mir bei O widerfahren – jedoch bei Matheaufgaben. Der kleine süsse O kann nur mit den Händen addieren und subtrahieren. Doch bei seinen Hausaufgaben musste er 200 + 150 rechnen – was mit den Händen unmöglich ist. Und ich wusste einfach nicht, wie ihm so etwas Einfaches zu erklären. Ich denke mir so, das ist doch soooo logisch, und sooo einfach – aber eben nicht, wie’s scheint. Auch 200 + 20 + 1 kann er nicht rechnen. Oder 9 + 1 muss er mit den Händen abzählen. Erstaunlicherweise kann er jedoch nahezu perfekt tabellarisch addieren und summieren. Er hat einfach kein Verständnis für den Zahlenraum. Ich habe mir nun vorgenommen, morgen mal mit den Holzstäbchen, Quadraten und Tafeln zu arbeiten.

 

Nach dem Essen bin ich mit den Kids wieder in das Spielzimmer – es ist schon interessant, dass immer ein Erwachsener schauen muss, dass sie beim Spielen nicht bescheissen und die Regeln einhalten. Die Kinder sind sich halt gewohnt, dass sie immer alleine spielen müssen – nie spielen die Eltern mit ihnen. Daher spielen sie untereinander und denken sich selber die Regeln aus – bzw. der Klügere setzt seine Regel durch. Am liebsten spielen alle Halli-Galli … aber da muss ich wie ein Adler drauf schauen, dass alles mit rechten Dingen zu und her geht. Ich spiele sehr gerne mit den Kids – ein bisschen schwierig und schade ist, dass wir im Moment nur zwei Volontäre sind – und im Spielzimmer bin ich meistens allein und es dürfen nicht mehr als 8 Kinder in diesem Raum sein … Mir tun dann die leid, die ich raus schicken muss – und eigentlich haben dann auch immer dieselben das Glück, spielen zu dürfen, da sie früher von der Schule kommen, somit früher gegessen haben und dann früher zum spielen kommen … Wenn es mehr Leute hier gäbe, könnten alle ein paar Kinder betreuen bzw. beim Spielen überwachen und es würde besser gehen. Zudem ist es auch so, dass immer alle mit mir spielen wollen – einige Uno, andere Memory oder Bingo – oder dann eben Halli-Galli. Sich dann da zu entscheiden, ist immer schwierig  …

 

Am Abend bin ich düre – ich will nur noch gemütlich machen. Beni und ich quatschen noch einige Zeit am Tisch – er zeigt mir Musik seiner Band – echt kuul. An diesem Abend friere ich mich mal wieder fast zu Tode – ich gehe schlussendlich mit zwei paar Hosen, zwei Pullis, Strümpfen, ein Schal um den Füssen und ein Schal um dem Hals ins Bett … soooo kalt! Das schlimmste ist der Gedanke daran, morgen aufzustehen und in diese kalte Dusche zu gehen … brrrrr …

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Viviane (Dienstag, 19 April 2016 06:33)

    Wieso kommt mir bloss das "eigene Regeln" machen so bekannt vor ... ;)