Wenn der Caracol draussen bleiben muss …


Heute bin ich etwas früher gegangen, da ich im Schulzimmer noch ein bisschen die Schulmaterialien durchstöbern wollte. Es war so neblig und ich konnte kaum den Weg finden. Kurz vor dem Eingang lichtete sich der Nebel ein bisschen und ich treffe auf Dil. Der arme schluchzt fürchterlich. Ich machte mir schon Sorgen was wohl mit ihm passiert ist. Er ist nämlich mit seiner Mama gekommen, die ihm noch das Essensgeld in die Hand drückte. Ich nahm ihn selbstverständlich in den Arm und versuchte ihn ein bisschen zu trösten und zu beruhigen. Der Grund seiner Traurigkeit – wie er mir dann unter schluchzen erzählte – war, dass er eine Schnecke heimbrachte und seine Mutter diese Schnecke nicht im Haus haben wollte und sie einem anderen Jungen (Seb) gab. „Mi mama no me dejo llevar mi caracol a la casa“. Zum Glück brachten Mike und Sergi eine Schnecke von Zuhause mit, die sie gerne Dil überliessen – somit war er wieder zufrieden und soweit alles gut. Auch hier weinen Kinder aus Gründen, aus denen Kinder einfach weinen …

Der kleine Seb ist einfach zum fressen, so ein süsses Kerlchen. Er hat meist nicht sehr viele Hausaufgaben und dann muss ich ihm ein paar Refuerzos (Vertiefungsaufgaben) schreiben – da er weder schreiben noch lesen kann, sind es meist einfach so Figuren, die er nachmachen soll, oder am liebsten hat er, wenn er etwas zeichnen kann. Ich habe zudem in den Ordnern im Saal tolle Arbeitsmaterialien für so Kleine wie ihn gefunden.

 

Ich selber habe heute morgen wieder gelernt, wie man schriftlich dividiert (das wusste ich wirklich nicht mehr – haha) und wie man mit Kommastellen schriftlich multipliziert … dann konnte ich es auch endlich ein paar Kids erklären …

 

Beim Refrigerio (Zwischenverpflegung) haben alle für Maria – das Geburtstagskind am Morgen – gesungen und Beni hat uns mit der Gitarre begleitet. Sie konnte sich zur Feier des Tages etwas aus der „Schatzkammer“ (wo allerlei Schulmaterial, Haargummis, etc. aufbewahrt werden) aussuchen.

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