Molinuco – und was machen die Kinder am Wochenende?


Ein sehr schöner, gemütlicher und lustiger Sonntag mit der Familie Nyffeler. Nach knapp 30 Minuten Autofahrt – die letzten 15 Minuten zwar ziemlich holprig ;-) – befindet man sich im Grünen. Bei der Wanderung einen Fluss entlang zu einem grossen Wasserfall (wo jedoch nicht immer Wasser kommt ;-) ) hat man fast ein bisschen das Gefühl, im Dschungel zu sein …

 

Was die Kinder am Wochenende machen? Immer wenn ich sie am Montag frage, heisst es erstmals „Nichts“. Und dann frage ich, ob sie denn  nicht gespielt hätten. Ja, sie hätten auch ein bisschen gespielt …

 

In Realität ist es so, dass am Samstag das „Haus“ bzw. der Raum, in dem fünf bis zehn Personen leben, in Ordnung gebracht wird – aufräumen und putzen (so gut man einen Erdboden wohl auch putzen kann …). Dann wird die Wäsche gemacht … von Hand, in eiskaltem Wasser, werden draussen die Kleider geschrubbt und gewaschen … diese Arbeit ist unglaublich anstrengend und nimmt fast einen ganzen Tag in Anspruch. Am Montag sehe ich dann manchmal bei einigen Mädchen, wie die Hände aufgeschürft sind … Wer nicht putzt, schaut – falls vorhanden – wahrscheinlich TV. Das ist noch erstaunlich … in den schittersten Hütten findet man grossflächige, „moderne“ Fernseher … Anstatt den Kindern mal neue Klamotten zu kaufen, oder Schuhe, oder Schulmaterial, Bücher, oder eine Waschmaschine, kaufen die Eltern lieber einen TV, ein Handy oder Alkohol …

 

Am Sonntag machen dann viele Familien einen „Spaziergang“ durch das Viertel … oder die Leute treffen sich auf der Cancha, dort wird dann Fussball oder Volleyball gespielt, sich unterhalten etc.

 

Und wenn ich schon dabei bin, über das Kleiderwaschen im bitterkalten Wasser zu schreiben, kann ich auch gerade erwähnen, dass die allermeisten Leute im Barrio überhaupt kein warmes Wasser haben. Die, die überhaupt so etwas wie eine Dusche im Haus haben, können sich schon glücklich schätzen – auch wenn sie da in eiskaltem Wasser duschen und dann raus in die Kälte müssen … denn viele haben keine "sanitären Anlagen" in ihrem bescheidenen Zuhause – die müssen sich draussen in einem Kübel waschen …

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