Un día fenomenal en el parque und eine ruhige Rückfahrt mit vielen glücklichen Kindern …




"Pónganse en una fila por favor" (In eine Reihe stellen bitte). Und dann ging’s im Entenmarsch los – 5 Erwachsene und 52 Kids. Links die Jungs aufgereiht, rechts die Mädchen. Heute haben die Kinder keine Schule, weshalb die Fundación einen Ausflug in einen Park organisiert hat, für die die wollen. Wir haben mit ca. 40 Kindern gerechnet … gekommen sind 52! Wir marschierten also alle gemeinsam zum Bus und fuhren dann ca. 30 Minuten bis zum Park – hat alles erstaunlicherweise reibungslos funktioniert.

Der Parque de los Cuadros ist gigantisch und traumhaft – es gibt einen kleinen See, einen Wasserfall, einen Weg wo man Frösche entdecken und beobachten kann, viel Grünfläche, einen kleinen Wald zum klettern und erkunden, einen Fussballplatz, einen Volleyballplatz, zahlreiche Klettergerüste, Karussells, eine Tyrollienne und vieles mehr. Es ist sehr sauber und gepflegt dort und der Park besitzt sogar über Sicherheitspersonal. Zudem ist er öffentlich und gratis … Unverständlich warum die Eltern nicht manchmal einen Wochenendausflug mit ihren Kindern an diesen schönen Ort machen … sie müssten höchstens einen Dollar ausgeben für die Busfahrten …

Auf jeden Fall flippten unsere Kinder fast aus vor Freude – es war für sie so schön, diesen Ausflug zu machen. Im Bus sass ich neben Nat und ihrem Bruder. Sie haben mir erzählt, dass sie vor einiger Zeit mal einen super tollen Ausflug mit der Familie gemacht hätten (Ausflüge mit den Eltern ist hier wohl sehr selten …) – Sie seien beim Barrio in den Bus gestiegen und seien dann mit dem Bus eine ganze Runde gefahren, bis sie wieder beim Barrio ankamen. So hätten sie viele schöne Dinge vom Fenster aus gesehen. Das hätte ihnen super gefallen … Das verstehen die hier darunter, etwas zu unternehmen … Und wir weinten damals noch während der Autofahrt zum Labyrinth, weil wir lieber zuhause Barbie gespielt hätten … schlimm …

Im Park bildeten wir einen grossen Kreis – und zogen alle Aufmerksamkeit auf uns – Alba erklärte die Regeln (immer in der Gruppe bleiben, etc.) – wir verteilten den Kindern ein Beutelchen Milch und ein Schoggibrötli als Z nini und dann wurden die Gruppen gebildet. Die Kinder durften sich selber zu zehnt zusammentun – wir wollten, dass die Kinder einen schönen Tag verbringen und mit ihren Freunden spielen können. Natürlich gingen die kleinen Jungs zusammen – eine süsse Truppe. Diese Gruppe kriegte Beni. Die grossen Jungs gingen mit Paul. Mit den älteren Mädchen spielte Alba und mit den jüngeren Jessica. Und dann blieben da noch die wilden Jungs und zwei wilde Mädchen ;-), die kein Wort gehorchen – die wollten zu mir. Juhu. Natürlich wollten meine Jungs Fussball spielen … Auch Pauls Gruppe war für Fussball, daher schlossen wir uns zusammen und spielten gegeneinander. Wir rannten und rannten, fielen um, standen wieder auf und rannten – total ausser Atem erhaschte ich einen Blick auf Jessis Gruppe, die etwas Lustiges – gemütlich im Sitzen spielten – hach wie schön … ;-) Nach dem Spiel mussten einige aufs WC – um nicht 100 Mal mit jedem einzeln zu laufen, fragte ich natürlich in die Runde, wer alles aufs WC muss – Niemand … Hmm … da sagt plötzlich einer, das koste eben 10 Cent. „Yo pago“ (Ich bezahle) und da standen innert weniger Sekunden 11 Jungs um mich herum. Witzig.

Danach wollte meine Gruppe in den Wald – bevor ich etwas sagen konnte, rannten mir schon alle davon und ich musste aufpassen, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Kaum am Waldrand angekommen – mal wieder ausser Atem – sah ich niemanden mehr. „Chris! Lenin! Widi??“ schreie ich – „Hola, Estefii“, erklingt es von den Bäumen – wie die Äffchen waren alle in den Bäumen … „Aiaiai, bajan niños – eso es peligroso!“ – Ich hatte natürlich Angst – wenn mir da einer vom Baum fällt und sich etwas bricht … Und dann rannten sie um die Wette über Stock und Stein – und ich natürlich immer hinter her, konzentriert immer 10 Kids zu zählen und keines zu verlieren …

Die Zeit verging so schnell und so mussten wir schon zurück zum Treffpunkt – ich hab fast den Rückweg durch den Wald nicht mehr gefunden und hab mir schon ein bisschen Sorgen gemacht … Dort trafen wir wieder auf alle. Alba hat allen Eltern einen Zettel zukommen lassen, wo steht, wann die Kids für den Ausflug wo sein müssen, wann wir zurück sind und dass sie ihnen doch bitte etwas Kleines zu Essen (eine Frucht oder so) und Wasser mitgeben. Als meine Gruppe zu den anderen stiess, waren einige schon am Essen. Ich sagte also zu meinen Kids, sie können jetzt auch essen, was sie mitgebracht haben. Al packt ein Tupperware mit Früchten aus und Eric einen feinen Teigwarensalat – die anderen hatten nichts dabei … die Eltern drückten ihnen einfach 20 Cent in die Hand, so à la kauf dir was, ich hab keine Zeit oder Lust für dich einen Apfel bereit zu machen … hungrig und durstig schauten sie also den anderen beim Essen zu … das hat mir so leid getan. Diese blöden Eltern! Ich hab dann mein Wasser mal mit allen geteilt – was natürlich auch nicht viel für jeden hergab. Die Kids haben dann zum Glück untereinander auch geteilt. Aber da konnte man jetzt gut sehen, welche Eltern sich wenigstens ein bisschen kümmern (einige Kids aus anderen Gruppen hatten Sandwichs dabei oder sogar hausgemachte Empanadas) und welche Eltern sich einen Scheiss kümmern …

In der Busfahrt zurück hatten alle Kinder ganz zufriedene Gesichter. Sie konnten sich austoben und einen schönen Tag verbringen. Einige, vor allem die Kleinen, sind im Bus sogar eingeschlafen – ein gutes Zeichen. Auch ich war am Ende … total erschöpft, die Haare in alle Richtungen (von der Jagd durch den Wald), die Hosen hatte ich anstatt jeansfarbig, grün und braun vom Fussball … Alba, Beni und Paul standen ganz relaxed vor mir – und dann Alba so: hach was für ein schöner und gemütlicher Tag. Sie sei mit ihren Mädchen zum Teich, sie hätten die Fische gefüttert, geplaudert, ein bisschen spaziert – einfach wunderbar. Beni hat mit den ganz Kleinen auch eine Spaziergang gemacht – zu den Fröschen und dem Wasserfall – die Kleinen waren ganz begeistert als wir im Wald kurz auf sie trafen. Wie ein Kleiner mir später dann erzählt hat, haben sie auch ein Spiel gespielt, nämlich, dass Beni der König sei und sie immer alle schön hinter ihm in einer Reihe laufen müssen – schlaues Spiel Beni um die Rasselbande im Griff zu haben … Und dann schauten alle mich an und fragten, und bei dir, wie wars, siehst ziemlich erschöpft aus. Tja, ausser dass ich mir fast die Lungen raus gerannt habe und keine Stimme mehr habe vom Schreien durch den Wald, ganz gut =) Nein im Ernst, es war zwar streng, aber echt super – es hat mir wirklich gut gefallen mit den wilden Kids – auch wir hatten viel Spass =) vor allem sie!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    umundum (Donnerstag, 24 März 2016 02:30)

    Wie Jungwachtslager...