Ein Tag mit den ganz Kleinen im Centro Infantil


Aiiii sind die süss … im Entenmarsch in einer Einerkolonne tapsen zehn zirka 2-jährige Kiddies einer Erzieherin nach. Als sie mich erblicken, bleiben sie stehen und zeigen mit dem Finger auf mich – wie Dominosteine laufen die hinteren auf die vorderen auf – duc duc duc. „Hola niños“ – und zehn lachende Gesichter als Antwort.

Heute helfe ich mal ein bisschen im Centro Infantil aus anstatt in der Fundación. Seit Dezember führen Marco und Alba neben der Fundación auch noch das Centro Infantil, eine Kinderkrippe für die ganz Kleinen.

Kaum habe ich die Jacke ausgezogen, wird mir schon ein kleiner Schreihals in die Arme gedrückt. Nur auf dem Arm ist der Kleine einigermassen ruhig. Kaum setzt man ihn für 10 Sekunden auf den Boden, fängt er an zu weinen. Die anderen versuche ich mit den Gummibällen im Spielzimmer zu beschäftigen. Ich gebe jedem Ball einen leichten Stoss in eine andere Richtung und die Kleinen kriechen oder tapsen so gut sie können zum Ball und werfen ihn mir zurück.

Und dann gibt’s schon Frühstück. Allen müssen die Händchen gewaschen werden und alle müssen auf ihr Sitzchen gesetzt werden. Dann wird der Apfelkompott aufgetischt. Die Hälfte in den Mund, die andere Hälfte auf die Kleider ;-) Dann wird wieder ein bisschen gespielt. In dieser „Spielsequenz“ habe ich mit den Kleinen getanzt:

„Cuando el rejoy marca las dos, los esqueletos cantan a una voz. Chumba la cachumba la Chumba la …“

Kaum war der lustige „Skelett-Tanz“ vorbei, gab es Mittagessen. Mit so Kleinen ist das ziemlich aufwändig – jedem muss das Essen eingelöffelt werden und auf zehn Kinder kommt nur eine Erzieherin. Wenn dann alle mit Ach und Krach das Essen verspiesen haben, wird Mittagsschläfchen gemacht. Das mit dem Essen bei Kindern ist so ein Punkt, wo ich mich noch in Geduld üben muss. Es ist unglaublich, wie lange die brauchen, drei Bisse Reis und 4 Pouletstückchen zu essen. Fast 30 Minuten, was einem vorkommt wie zwei Stunden, weil man um jeden Bissen kämpfen muss. Auch in der Fundi brauchen die ganz Kleinen gefühlte zwei Stunden, um ein Joghurt zu essen – was ein Erwachsener in zwei Minuten isst. Tja … Kinder sind halt beim Essen von allem und jedem abgelenkt und spielen am liebsten zwischen jedem Bissen noch ein bisschen.

Als dann alle auf ihren Pritschen am Schlafen waren, hatte ich einen Moment, um zu verschnaufen und ich erblickte mein Spiegelbild im Fenster: Verzauste Haare, mein Pulli und mein Kleid waren voller Apfelmus, mocos („Schnuder“), Reis, wahrscheinlich gab es auch kleine Spritzer Erbrochenes auf mir und so weiter … haha. Erschöpft bat ich um ein Glas Wasser und freute mich schon, am nächsten Tag wieder bei meinen Kids zu sein – die mich „nur“ mit Zahnpasta vollschmieren, da sie sich die Zähne putzen, den Mund nicht richtig abwischen und mich voller Freude umarmen.

Es war sehr schön mit den Babys. Alle sind sehr süss – einige hätte ich am liebsten mitgenommen. Aber ich habe gemerkt, dass es auch viel strenger ist als mit älteren Kindern. Man muss stets wachsam sein, alle im Blick haben, sie bei der Hand nehmen, wenn man irgendwo hinlaufen will, aufpassen, dass sie nicht umfallen, ihnen das Essen einlöffeln, ihnen alle zwei Minuten die Nase putzen, sie auf den Arm nehmen, sie unterhalten und ständig bei Laune halten … Wahrscheinlich ist es auch ein Umgewöhnen, da es ganz eine andere Art von Arbeit ist. Ich werde aber sicher in den nächsten Wochen nochmals einen oder den anderen Tag die Knirpse besuchen.    


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