Auf den Spuren der Knirpse


„Esteefii tienes esa cosa para grabar? Ese aparato pequeño que puede hacer videos abajo del agua?“ (Stefi hast du dieses Ding zum Filmen dabei? Diesen kleinen Apparat mit dem man auch unter Wasser filmen kann?), fragt mich S mit leuchtenden Augen. Er meint natürlich die GoPro, die ich ab und zu mit in die Fundación nehme, um ein bisschen zu filmen. Ich würde das Material dann eigentlich gerne irgendwie zusammenschneiden und den Kids am Schluss einen kleinen Film zeigen. Mal schauen ob das klappt.

„Leider nein, aber ich habe den Fotoapparat mit – kannst damit ein bisschen spielen“ – „juhuuu“. Und so machen sich die beiden Kleinsten der Fundación (aus der Gruppe vom Morgen) auf den Weg und es sind ganz spannende Bilder entstanden – eben wie sie die Welt sehen, was sie interessant finden … Eine tolle Perspektive.

Der kleine S ist ganz ein toller Junge. Er kommt immer fröhlich in die Fundación, macht mit Begeisterung seine Hausaufgaben und die Refuerzos, er ist nie auf Streit aus, weigert sich nie zu arbeiten. Er kommt und geht immer mit seinem älteren Bruder – die beiden Jungs machen wirklich einen sehr zufriedenen Eindruck – schön.

Der kleine J ist viel zappliger – es braucht viel, um ihn zum arbeiten zu bringen und dann muss man ihn immer im Auge behalten, ansonsten entwischt er und man findet ihn irgendwo ganz anders im Klassenzimmer wieder. Er spielt gerne mal mit den älteren Jungs und ärgert sie auch gerne, weshalb er auch immer mal wieder „auf der Flucht“ vor ihnen anzutreffen ist.

Und der dritte Kleine im Bunde ist ziemlich ein komplizierter Fall. Ganz ein Süsser, aber ein richtiges Schlitzohr – inspiriert von seinen älteren Cousins kommen ihm alle Dummheiten in den Sinn. Er hasst Hausaufgaben und Refuerzos erst recht. Drückt gerne mal auf die Tränendrüse, um Mitleid zu erwecken, damit man ihm die Zusatzaufgaben erlässt oder ihm die Hausaufgaben macht. Leider weiss man bei ihm, dass er es daheim nicht gerade leicht hat. Die Eltern wissen nicht recht wie mit seiner Hyperaktivität und „malcriadad“ umzugehen und so wie man es von seinen Cousins mitbekommt, wird er daheim ziemlich oft verprügelt. Es scheint, dass er mit seinem Verhalten eigentlich nur ein bisschen Aufmerksamkeit erreichen will und ich denke mir, dass er wahrscheinlich lieber Prügel in Kauf nimmt, als ignoriert zu werden.

So muss man mit allen ganz anders arbeiten und andere Motivations-Methoden ausprobieren und das ist ganz spannend. Am liebsten beobachte ich sie, wenn sie zusammen spielen – oder eben mit der Kamera gemeinsam auf Entdeckungstour sind und alles um sie herum vergessen …








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Kommentare: 1
  • #1

    Eliane (Samstag, 16 April 2016 16:42)