Die Hoffnung, dass die Mama auftaucht …


Muttertag – ein wichtiger Tag. Ein Tag, an dem man bewusst würdigen kann, was die Mama alles für einen macht und an dem man sich speziell dankbar zeigen kann. Eine interessante Realität, die mir hier wieder sehr bewusst geworden ist: eine Mama kann ihr Kind noch so schlecht behandeln, sich fürchterlich verhalten, alkohol- oder drogensüchtig sein, einen Mann nach dem anderen durchs Haus ziehen lassen, … – ein Kind liebt seine Mama immer und entscheidet sich schlussendlich immer für die Mama. Umso mehr eine Mama ihr Kind ignoriert, desto mehr kämpft es um die Aufmerksamkeit. Ein Kind nimmt dann sogar lieber in Kauf, verprügelt zu werden, als unbeachtet zu bleiben … Es war herzzerreissend, zu beobachten, wie einige Kinder am Muttertags-Anlass zappelig auf ihren Stühlen kaum erwarten konnten, dass ihre Mama endlich kommt, um ihr dann fröhlich entgegenzuspringen, um dann lediglich eine kühle Begrüssung zu bekommen. Natürlich sind nicht alle Mamas unserer Kinder so – nur damit das auch erwähnt ist.

Die Fundación lädt am Muttertag immer alle weiblichen Repräsentanten (da ja viele Kinder nicht mit der Mutter leben) der Kinder zu einem kleinen Fest ein. Es werden Spiele organisiert mit tollen Preisen, es gibt Musik, Snacks, Kuchen und etwas zu trinken. Die Kinder deren Mütter an den Anlass kommen, dürfen selbstverständlich auch teilnehmen. Die anderen müssen traurigerweise nachhause gehen – es wäre gefährlich und unverantwortlich, sie nach dem Fest im Finstern alleine heimgehen zu lassen. Nun ist es natürlich so, dass die meisten der Mütter arbeiten und erst spät am Abend nachhause kommen. So sass ich um 5 Uhr bei den Kindern, in der Hoffnung, dass die Mütter kommen. Die meisten der Kids schauen angespannt aus den Fenstern. Ich frage sie: „Kommt deine Mama?“ – „Ja, also ich habe sie eingeladen und ihr gesagt sie solle zur Fundación kommen. Aber ich weiss nicht, ob sie wirklich kommt. Ich hoffe.“ – Tja, ich hoffe es auch. Kommt dann eine Mama die Treppen runter, rennt das Kind erleichtert und voller Freude auf sie zu. Ich hatte solches Mitleid mit den Kindern, denen ich um halb sechs ein Stück Kuchen auf den Heimweg mitgeben sollte, da ihre Mamas nicht kommen konnten. Die armen.

Es war ein schöner Anlass für die Mamas und Kinder. Die Spiele waren sehr lustig – sowohl die Mamas als auch die Kinder beteiligten sich fröhlich. Es wurde viel gelacht und es herrschte eine gute, fröhliche Stimmung.    


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