Esposos, novios, amantes … engañar, pegar, mentir, amar, sufrir – Quién me explica esa mentalidad, ese pensamiento?

Einen Geliebten oder eine Geliebte neben dem Ehepartner zu haben, ist hier nichts Sonderbares. Sowie zwei Kinder von zwei Partnern zu haben, oder drei Kinder von drei Partnern. 24 Jahre alt zu sein und ein 6-jähriges Kind zu haben, liegt ebenfalls in der Norm.

Verliebte Paare kriegen sehr jung Kinder – offensichtlich ungewollt. Gezwungenermassen müssen die beiden dann – ohne sich wirklich zu kennen – zusammenziehen (d. h. wenn der Typ sich nicht einfach aus dem Staub macht). Dann tauchen Probleme auf – finanzielle, mit dem Kind, der Erziehung, untereinander, Eifersucht … Man geht sich gegenseitig auf die Nerven und sucht sich dann – um sich abzuregen oder was auch immer – einen Geliebten oder eine Geliebte. Hat man Kinder, ist dies ein Grund, die Affäre zumindest ein bisschen geheim zu halten. Oft ist es aber so, dass der Partner oder die Partnerin Wind davon bekommt. Dann wird heftig gestritten. Es fliegen Teller, Beleidigungen, oft endet der Streit mit Fäusten. Leider ist es hier immer noch so, dass viele Frauen finanziell von ihren Männern abhängig sind – das ist ein Grund, warum sie den Männern verzeihen, eine Affäre sogar tolerieren und sie nicht verlassen …

Dann gibt es die Fälle wo der Papa sich einfach aus dem Staub macht. Die junge Mama bleibt alleine mit dem Kind zurück. Es kommt sogar – gar nicht selten – vor, dass die Mama sich ebenfalls aus dem Staub macht und das Kind zu den Grosseltern abschiebt und sich nie mehr blicken lässt. Solche Fälle haben wir in der Fundación mehrere. Am Muttertag wird daher nicht die „Mama“ eingeladen, sondern la representante femenina – sei dies die Oma, die Tante oder eine Cousine, die sich um das Kind kümmert.

Ist die Mama mit dem Kind allein, findet sie sicher bald wieder einen, der sich für sie interessiert … Und schon ist das zweite Baby unterwegs … Und dann wird die Situation für das Erstgeborene so richtig unerträglich. Die Stiefväter hier sind grösstenteils gemein, ignorant und brutal. Sie bringen es dann zu Stande, im Park dem biologischen Kind eine Süssigkeit und ein Spielzeug zu kaufen und das Kind des anderen, das zwar jetzt mit ihnen lebt, aber doch nicht ihres ist, kaltherzig zu ignorieren. Oft werden die Kinder von ihren Stiefvätern auch misshandelt und verprügelt. Ein Kleiner aus der Fundación lebt in solch einer unerträglichen Situation. Seine knapp zwanzigjährige Mama hat sich einen äusserst gemeinen Stiefvater für ihn ausgesucht. Dieser böse Mann – die Mama total abhängig von ihm, da sie keinen Cent hat – verprügelt den Kleinen nicht nur regelmässig, er lässt ihn auch hungrig am Tisch warten und äussert vor dem Kind, „dieser isst nur, falls etwas übrig bleibt, schliesslich bezahle ich hier das Essen“. Diesem Typen würde man am liebsten eine Faust ins Gesicht rammen. Wie kann man nur so unmenschlich sein.

Dann gibt es die zwei Brüder, die sich schon mit dem x-ten neuen Freund der Mama herumschlagen müssen. Sie sind eigentlich auch nur Halbbrüder, der jüngere stammt aus einer Affäre der Mama mit einem verheirateten alten Knacker. Die Kinder hier werden nicht geschont, sie kriegen das alles unmittelbar mit – die Beleidigungen, die Streitereien, das Ungewolltsein, …

Und dann gibt es die Mamas die sich, obwohl sie verheiratet sind und Kinder daheim haben, einen jungen Geliebten suchen. Den sie dann mit dem Geld des Ehemannes zum Essen einladen, ihm Dinge kaufen und ihn versuchen, so zum Vergnügen an sich zu binden. Diese Jungs sind äusserst bemitleidenswert. Wenn sie nicht total in die Frau verliebt sind und hoffen, dass sie sich für sie von dem Ehemann trennt, ist es nichts anderes, als sich zu prostituieren … wobei wenn sie natürlich an der Affäre auch ihre Freude haben und es ihnen egal ist, ausgenutzt zu werden und zu riskieren, plötzlich ebenfalls ungewollt Papa zu sein, ist es weniger tragisch, dann ist es nur traurig. Traurig, dass sie sich für ein gratis Essen darauf einlassen, traurig, dass sie sich nicht wirklich verlieben wollen, können … traurig, weil sie so viel riskieren und so wenig gewinnen …

Da hier praktisch jedes zweite Kind ein solches Schicksal hat, habe ich mich gefragt warum es bei uns anders ist, ob es bei uns tatsächlich weniger Affären gibt, ob damit einfach vorsichtiger umgegangen wird und es weniger ans Licht kommt? Ob es damit zusammenhängt, dass die Frauen unabhängiger sind? Allgemein sind Paare in der Schweiz mittlerweile wahrscheinlich finanziell unabhängiger. Das heisst, kein finanziell unabhängiger Mann oder Frau, toleriert eine Affäre – es sei denn aus hoffnungsloser Liebe oder Dummheit oder Selbsthass. Somit ist das Risiko vielleicht viel grösser. Keine Ahnung … das sind auch alles keine befriedigenden Antworten … Lügen, betrügen, verletzen, verachten, hintergehen usw. ist immer falsch, egal wie die Bedingungen sind.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0